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Ziel 3 – grenzüberschreitende Kooperation
Handbuch 2007-2013
website: INTERACT

 

LAK

Die Region: Stärken, Schwächen

Die folgende Auflistung der Stärken und Schwächen liefert Ihnen Hintergrundinformationen, Entwicklungstrends sowie, in Zusammenhang mit den allgemeinen Chancen und Risiken der Programmregion, Hinweise über deren Wirkung in der Zukunft. Diese Informationen können Ihnen beim Entwurf Ihres Projekts äußerst dienlich sein.

Um einen klaren und vollständigen Überblick zu gewähren, werden die identifizierten Stärken und Schwächen in der untenstehenden Tabelle den entsprechenden Hauptbereichen der Zusammenarbeit zugeordnet. Zudem werden spezifische Themen einzelner NUTS III Regionen gesondert hervorgehoben.

 

Bereich Stärken Schwächen
Allgemein
  • strategische Lage als Bindeglied zwischen EU (Deutschland, Italien, Ungarn) und dem westlichen Balkan
  • die slowenisch-österreichische Grenze wurde durch den Beitritt Sloweniens zur EU Binnengrenze
  • Einführung des Euro in Slowenien (2007)
  • Erweiterung des Programmgebiets; Einbeziehung von Hauptstädten und größeren Agglomerationen
  • Bedeutende Entwicklungsunterschiede der teilnehmenden Regionen; Podravsko , Pomursko und Koroško zählen zu den am wenigsten entwickelten Regionen
  • Das Programmgebiet ist als Gesamtregion nicht entsprechend sichtbar und wird auch nicht als attraktive funktionale Region beworben
Demografie
  • über 3,2 Millionen Menschen bilden bemerkenswertes Potential für den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft
  • Bevölkerungszuwachs in attraktiven, dynamischen urbanen Gebieten
  • Wachstumsmöglichkeit durch die Integration von Immigranten in attraktiven Destinationen im Programmgebiet
  • Überalterung der Bevölkerung, v.a. in den Regionen Podravsko und Pomursko
  • Bevölkerungsabnahme besonders in ländlichen Gebieten oder Regionen mit Industrierückgang (Regionen Pomursko, Podravsko , Koroško sowie Südburgenland und Obersteiermark)
  • Migration junger Menschen von ländlichen in städtische Zentren aufgrund fehlender Jobmöglichkeiten
Wirtschaft
  • hohes Wirtschaftswachstum angetrieben vom starken Industriesektor und seinen SchlüsselakteurInnen
  • bestehende Industriecluster in spezifischen Bereichen der Industrie (Automotive, Holzverarbeitung, Werkzeugbau, Kunststoff, Elektronik, neue Materialien...)
  • bemerkenswerte Anzahl erfolgreicher KMU basierend auf Flexibilität und Kundenorientierung
  • viele dynamische KMU in Industriecluster integriert
  • neu aufkommende starke Industriezweige wie Humantechnologie, Umwelttechnologie, erneuerbare Energie, IKT...
  • vielfältige Wirtschafts- und Technologietransfer-Einrichtungen, auch in ländlichen Gebieten: Technologieparks, Impulszentren, Inkubatoren, Technologietransfer-Institute
  • Lange Tradition der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Kammern
  • geringe Integration von (südösterreichischen und slowenischen) Unternehmen in grenzüberschreitenden Wertschöpfungsketten oder Produktionsnetzwerken
  • bezüglich KMU in Grenzgebieten: niedrige Internationalisierungsrate, Export und Forschungsaktivitäten
  • beiderseitige Probleme bei der Identifizierung geeigneter PartnerInnen
  • eingeschränktes geografisches Aktionsgebiet (PartnerInnen, Markt)
  • unterdurchschnittlicher Qualifizierungsgrad in der verarbeitenden Industrie
  • Gefahr der Abschwächung des Restrukturierungsprozesses
  • wenig grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Industriecluster und Netzwerke
  • wenig grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Technologieparks (Management und Mieter)
  • Innovationssysteme beschränkt innerhalb regionaler oder nationaler Grenzen
  • geringe Einbindung der Bevölkerung in unternehmerische Tätigkeiten
  • Fehlen kritischer Masse für Wirtschaftsentwicklung, v.a. in ländlichen Gebieten
Tourismus
  • hohe Bedeutung des Tourismussektors, v.a. in ländlichen Gebieten
  • lokale/regionale Marken, grenzüberschreitende Aktivitäten
  • international wettbewerbsfähige Destinationen (alpine Ressorts, Thermen, Städtetourismus) in ausgewählten Gebieten
  • lokale Initiativen zur gemeinsamen Entwicklung von touristischer Infrastruktur
  • vielfältige Landschaft (alpine Regionen, Weinbaugebiete, Naturschutzgebiete, Thermalquellen) als Potential zur Entwicklung attraktiver Tourismusprodukte
  • bestehende grenzüberschreitende Transportmöglichkeiten (Straße, Schiene, Flughäfen) können gemeinsame Tourismusentwicklung fördern
  • in vielen ländlichen Gebieten ist der Tourismus nicht wettbewerbsfähig (Angebote, Qualität, Organisation)
  • Gefahr der Reduktion an Wertschöpfung, Beschäftigung und regionalen Einnahmen
  • geringes Niveau der grenzüberschreitenden Destinationsentwicklung mit internationaler Sichtbarkeit
  • saisonabhängige Tourismusangebote
Landwirtschaft
  • teilweise gute natürliche Voraussetzungen zur spezialisierten Agrarproduktion (Obst, Gemüse, Wein...) in den östlichen Teilen der Region
  • zahlreiche “good practice” Beispiele im Bereich Biolandbau, neue Produkte, Nahrungsmittelproduktion, innovatives Marketing (neue Marken, Direktvermarktung, Agrotourismus)
  • erfahrene und gut entwickelte Strukturen für Zusammenarbeit und Beratung
  • kleinstrukturierte Landwirtschaft stellt ein permanentes Risiko hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit dar
  • hohe Abhängigkeit von Einkommenskombinationen (Handel, Industrie, Tourismus)
  • hoher Druck hinsichtlich Qualitätssteigerung, Innovation und neuem Marketing
  • die Aussicht auf einen stark liberalisierten Europäischen Markt nach 2013 stellt eine grundlegende Herausforderung für den Großteil der Landwirte dar, sowie in weiterer Sicht für die gesamte ländliche Region
  • hohe Anforderungen an die Lebensmittelverarbeitung als zusätzliche Aktivität auf slowenischen Höfen
Forschung und Innovation
  • hohe Dichte an wissenschaftlicher-, Forschungs- und Innovationsinfrastruktur
  • 8 Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Kompetenzzentren, „Centres of Excellence“
  • neu aufkommende Kompetenzen in den Bereichen “life science”, neue Materialien, Nanotechnologie, nachhaltige Technologien, spezifische Bereiche der Kommunikationssoftware
  • wenig grenzüberschreitende Kooperation in Forschung, Entwicklung und Innovation
  • geringe Teilnahme regionaler KMU an Aktivitäten zum Innovations- und Technologietransfer
  • geringe Zusammenarbeit zwischen F&E Einrichtungen und dem Unternehmenssektor
Humanressourcen und Arbeitsmarkt
  • tendenzielle Abnahme der Arbeitslosigkeit in slowenischen Regionen
  • relativ hohe Fertigkeiten der Arbeitskräfte in Graz, relativ hohe industrielle Fertigkeiten der Arbeitskräfte in slowenischen Industrieregionen, spezifische Fertigkeiten in der landwirtschaftlichen Produktion und Bearbeitung
  • Steigerung des Bildungsniveaus der Beschäftigten
  • große Auswahl an Weiterbildungs- und Bildungseinrichtungen, besonders in urbanen Zentren (Universitäten, Mittelschulen, Forschungsinstitute, Trainingsinstitute)
  • Entwicklung neuer Universitätsprogramme
  • Bestehen eigener Maßnahmen, Netzwerke und Organisationen zur Förderung der Beschäftigung benachteiligter Gruppen (Frauen, Jugendliche, ländliche Gesellschaft)
  • lebenslanges Lernen als Prinzip eines wachsenden Anteils der Bevölkerung
  • immer noch hohe Arbeitslosigkeit in den Regionen Podravsko , Pomursko, Savinjsko und Koroško
  • strukturelle Arbeitslosigkeit, höherer Anteil arbeitsloser Frauen, junger Menschen und älterer Menschen, niedrig qualifizierte Arbeitnehmer
  • Gefahr sozialer Ausgrenzung
  • Fehlen von Jobmöglichkeiten v.a. in den unmittelbaren Grenzgebieten, geringe Mobilität und Flexibilität der Arbeitskräfte
  • fehlende Humanressourcen in den Naturwissenschaften und Technologie
  • wenig Zusammenarbeit der Arbeitsmarkt-Organisationen, Beschränkungen im freien Austausch der Arbeitskräfte von österreichischer Seite
  • Angebote der Bildungs- und Weiterbildungsinstitutionen sind nicht entsprechend auf die aktuelle Marktnachfrage ausgerichtet
  • geringe Nutzung von IKT im Bereich “lebenslanges Lernen”

 

Kultur
  • umfangreiches kulturelles Erbe
  • Vielfalt an öffentlichen Institutionen und NGOs in den Bereichen Kultur, Sport, Bildung, Medien, einige mit bereits etablierten grenzüberschreitenden Kooperationsbeziehungen
  • Vielzahl an Kulturprogrammen, Festivals und Events
  • Minderheiten als potentielle Förderer der Sprachenvielfalt und der Zusammenarbeit im kulturellen Bereich
  • einige gute Beispiele grenzüberschreitender Kooperationen in den Bereichen Kultur, Sport und Bildung
  • moderne Technologien ermöglichen die Entwicklung innovativer Dienstleistungen und Produkte im kulturellen Bereich
  • Revitalisierung des kulturellen Erbes geschieht zu wenig marktorientiert, geringe Nachhaltigkeit bestimmter Initiativen
  • mangelhafter Zustand einiger Objekte des kulturellen Erbes
  • Möglichkeiten der Schaffung von Arbeitsplätzen im Kulturbereich in Verbindung mit Tourismus und Kreativindustrie sind nicht genügend ausgeschöpft
  • Möglichkeiten medialer grenzüberschreitender Zusammenarbeit sind nicht genügend ausgeschöpft
  • teilweise noch immer bestehende, historisch begründete Berührungsängste und Vorurteile
  • Sprachbarrieren hemmen zeitweise den Informationsaustausch und eine intensivere Nutzung des Kooperationspotentials  
lokale und regionale Entwicklungsorganisationen
  • etablierte grenzüberschreitende Beziehungen und Zusammenarbeit zwischen den SchlüsselakteurInnen
  • etablierte regionale und lokale Entwicklungsstrukturen (Regionalentwicklungsagenturen in Slowenien, Regionalmanagements in Österreich)
  • Einrichtung und Arbeit der ARGE "Crossborder - Regionale Partnerschaft Karawanken" und der Euregio Steiermark-Nordost Slowenien
  • grenzüberschreitende Strategien auf regionaler Ebene
  • verbesserte Kapazitäten hinsichtlich Projektvorbereitung und Umsetzung seitens der Regionalen Entwicklungsagenturen
  • Tendenz der Ost-West Teilung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
  • Notwendigkeit der Weiterentwicklung der Euregio Strukturen sowie der Ausweitung der Aktivitäten auf ein größeres geografisches Gebiet
  • grenzüberschreitende Kontakte und Kooperationen basieren tendenziell auf Individuen und nicht auf Institutionen, was bei Personalfluktuation die Zusammenarbeit behindert
  • ungenügend Projektmanagementkapazitäten, besonders in kleinen Gemeinden und bei anderen AkteurInnen auf lokaler Ebene 
Umwelt und natürliche Ressourcen
  • im Allgemeinen hohe Umweltqualität und erhebliche Maßnahmen der Schutzinstrumente, ausgeprägtes Bewusstsein für Naturschutz (viele NATURA 2000 Gebiete)
  • Bestand an attraktiven und qualitätsvollen Naturstätten, hohe Biodiversität
  • vorhandener institutioneller Rahmen im Bereich natürlicher Ressourcen und Parkmanagement
  • bestehende “good practice” Beispiele in den Bereichen erneuerbare Energie und effiziente Energienutzung
  • allgemein bereits hohe, und noch steigende Wasserqualität
  • durch Naturkatastrophen gefährdete Gebiete (Hochwasser, Lawinen, Vermurungen, Trockenheit)
  • Feinstaubproblem (PM10): wenig grenzüberschreitende Abstimmung der Maßnahmen und Managementpläne
  • steigende Lärmbelastung v.a. in urbanen Gebieten und entlang der Hauptverkehrsrouten
  • offene Fragen hinsichtlich gemeinsamer Nutzung von Wasserreserven
  • steigender Energieverbrauch bei konstantem Anteil erneuerbarer Energie
  • steigende Treibhausgas-Emissionen
  • Gebiete mit hoher Nitratbelastung der Erde und des Grundwassers aufgrund intensiver Landwirtschaft
Transport und Kommunikations-
infrastruktur
  • gute Verkehrsinfrastruktur zwischen Ljubljana-Celje-Maribor-Graz (Autobahn, Schiene) und zwischen Ljubljana-Gorenjsko-Klagenfurt
  • geringe Entfernungen bieten gute Voraussetzungen für grenzüberschreitende Interaktionen (Kooperation, Treffen, Lieferung)
  • gute Erreichbarkeit zwischen den österreichischen Regionen
  • gute Erreichbarkeit der Programmregionen im Flugverkehr (Flughäfen in Ljubljana, Maribor, Klagenfurt, Graz)
  • gute internationale Anbindung und Erreichbarkeit der Programmregion als Gesamtes
  • IKT-Infrastruktur in den österreichischen Regionen und Kerngebieten Sloweniens vorhanden
  • weniger grenzüberschreitende Beziehungen im westlichen Teil der Programmregion aufgrund natürlicher Barrieren (Alpen und Karawanken)
  • wenig Nutzung des öffentlichen Verkehrs in slowenischen Regionen
  • signifikanter Rückgang des “Modal Split” im Transportsystem: Steigerung des motorisierten Individualverkehrs und des Güterverkehrs auf der Straße
  • schlechter Zustand des Schienensystems in Slowenien
  • schlechte Verbindungen im grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr
  • schlechte Anbindung der Koroško Region zum slowenischen Autobahnnetz sowie zu anderen slowenischen Regionen
  • unzureichende Versorgung der Programmregion mit Breitbandinfrastruktur
  • Lücken in der grenzüberschreitenden IKT-Infrastruktur
  • ältere Menschen, Kinder und Frauen nutzen das öffentliche Verkehrssystem in hohem Ausmaß

Nach der geografischen Zuordnung Ihres Projekts sollten Sie sich nun Gedanken über dessen Eigenschaften und mögliche Ziele machen, die durch die Aktivitäten des Projekts erreicht werden sollten. Diese Überlegungen sind vor allem im Hinblick auf die Förderfähigkeit (was wird finanziert) Ihres Projekts wichtig. Das nächste Kapitel beschreibt die wichtigsten Prioritäten und Ziele des Programms Österreich-Slowenien.

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