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Ziel 3 – grenzüberschreitende Kooperation
Handbuch 2007-2013
website: INTERACT

 

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Die Region: Stärken und Schwächen

Hinsichtlich des BIP weist die gesamte österreichisch-ungarische Grenzregion ein beachtliches Wachstumspotential auf. So erfuhr die Region, abgesehen von Wien, seit dem EU-Beitritt Österreichs und des Starts des österreichisch-ungarischen INTERREG-Phare CBC Programms ein durchwegs schnelleres Wachstum als der europäische Durchschnitt. Allerdings gibt es beachtliche regionale Unterschiede: Zahlreiche Indikatoren weisen auf eine Nord-Süd Entwicklungsachse hin, andere Faktoren verdeutlichen die Ost-West Unterschiede innerhalb der Region.

Das räumliche System der Region ist ausgeglichen und unausgeglichen zugleich. Ausgeglichen daher, da größere Städte gleichmäßig von Norden nach Süden verteilt liegen. Unausgeglichen daher, da Wien als einzige größere Metropole am nördlichen Rand der Grenzregion liegt und nur wenig Wirkung auf den südlichen Teil hat, der eher von Graz beeinflusst wird. Zudem nimmt die Größe der urbanen Zentren von Nord nach Süd stetig ab.

Es zeigt sich eine positive demografische Entwicklung im nördlichen Teil der Region, die aus einem Anwachsen der Bevölkerung sowie der Zuwanderung resultiert. Diese Entwicklung bringt ein Wachstum des Arbeitsmarktes mit sich und verursacht eine steigende Nachfrage an höherwertigen Dienstleistungen wie z.B. höherer Bildung, Gesundheit und Wellness sowie nach Qualitätsprodukten wie etwa Bio-Lebensmittel. Gleichzeitig erfährt der Süden der Region aufgrund von Abwanderung und natürlichem Bevölkerungsrückgang eine negative demografische Entwicklung. Dieser Trend lässt eine ländliche Region mit geringerem Wirtschaftswachstum entstehen, was zum Teil auf die Entfernung zur Hauptentwicklungsachse zurückzuführen ist. Eine alternde Bevölkerung verschärft diesen Trend zusätzlich.

Die Grenzregion weist eine Vielzahl an Stärken und positiven wirtschaftlichen Entwicklungen auf: Ein wachsender KMU Sektor gemessen an der Anzahl der Unternehmen in der gesamten Region, ein dynamischer Dienstleistungssektor, gut ausgebildete Arbeitskräfte, ein großes Angebot an Geschäftsflächen, wissensbasierte intermediäre Einrichtungen und Transfereinrichtungen (Innovations- und Technologiezentren, Kompetenzzentren, Regionalentwicklungsagenturen), aufkommende Wirtschaftscluster, grenzübergreifende Netzwerkaktivitäten sowie hochwertige Agrarflächen.

Einige Entwicklungen wie zum Beispiel die hohe Zahl an Unternehmen in Krisensektoren (Stahl, Textil, Schuhe, Nahrungsmittel), die unzureichende Zusammenarbeit von KMU, die hohe Abhängigkeit vom Wiener Arbeitsmarkt und mangelhafte Strukturen in der Landwirtschaft hemmen die wirtschaftliche Entwicklung in der Grenzregion. Zusätzliche Schwächen bestehen auf der ungarischen Seite der Grenze wie zum Beispiel strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt und Mängel in der Abwasser- und Müllentsorgung.

Karte: SWOT Österreich-Ungarn. Klicken Sie, um eine grössere Ansicht in einem neuem Browserfenster zu öffnenDie Grenzregion ist reich an natürlichen Ressourcen und verfügt über eine große Anzahl an Ökosystemen. Eine Besonderheit ist die Fülle an Warmwasser-, Thermal- und Heilquellen sowie die Vielzahl an Stätten gemeinsamen Kulturerbes. Der wirtschaftliche Aufschwung, der aufkommende Tourismus (z.B. Thermen und Wellness) und der Suburbanisierungsprozess im Umfeld größerer Städte lassen auch den Personen- und Warenverkehr anwachsen, was wiederum negative Auswirkungen auf die Umwelt mit sich bringt. Um diesen negativen Effekten entgegenzuwirken bedarf es einer effizienten Nutzung multimodaler Systeme, weiterer gemeinsamer Diskussionen sowie Pilotaktionen im Bereich Öko-Mobilität.

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