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Ziel 3 – grenzüberschreitende Kooperation
Handbuch 2007-2013
website: INTERACT

 

LAK

Die Region: Stärken, Schwächen

Die sozioökonomischen Gegebenheiten der Grenzregion stellen wichtige Anhaltspunkte für die Erstellung einer SWOT-Analyse dar. Neben der Regionalanalyse sind auch regionale Strategiedokumente sowie Diskussionsergebnisse der Programmgruppe in die Aktualisierung der SWOT-Analyse eingeflossen.

Die österreichisch-tschechische Grenzregion ist kein homogenes Gebiet, weder was das Wirtschafts- und das strukturelle Gefüge betrifft, noch hinsichtlich der Entwicklungsdynamik. Das Programmgebiet ist stark von den urbanen Regionen Wien, Brünn und Linz beeinflusst, deren Gegensatz sich wiederum in einigen äußerst peripheren Gebieten manifestiert. Trotz dieser Besonderheiten konzentriert sich die SWOT-Analyse auf die gemeinsamen Stärken und Schwächen sowie die gemeinsamen Chancen und Risiken der Region. Dabei finden die Unterschiede hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung, der Strukturen und des Entwicklungsprozesses als auch der institutionellen Rahmenbedingungen dennoch Beachtung.

 

Stärken Schwächen
Allgemeine Gegebenheiten (Demografie, Siedlungsstrukturen)
  • Vorteilhafte Lage im Zentrum Europas
  • Hohe Standortattraktivität
  • Ausgeprägtes polyzentrisches System
  • Im Hinblick auf internationale und intraregionale Erreichbarkeit sind große Teile der Grenzregion als peripher zu bezeichnen
  • Viele kleine Dörfer
Sozioökonomische Entwicklung - Wirtschaftsleistung und Humanressourcen: Wirtschaftsstruktur und Entwicklung
  • Anhaltendes und stabiles Wirtschaftswachstum in den meisten Gebieten
  • Hohe Diversifizierung der Industrie in den traditionellen Industriezentren
  • Neue Industrieproduzenten in Branchen mit höherer Wertschöpfung
  • Urbane Gebiete mit dynamischen Entwicklungstrends, besonders im Tertiärsektor
  • Attraktives touristisches Potential und vorteilhafte Entwicklung
  • Reichtum an natürlichen Ressourcen zur Erzeugung erneuerbarer Energie
  • Anhaltend hoher landwirtschaftlicher Anteil mit strukturellen Problemen in einigen Gebieten
  • Hoher Anteil strukturell schwacher Branchen in peripheren ländlichen Gebieten
  • Geringe Wettbewerbskraft aufgrund niedriger Arbeitsproduktivität und geringer Innovation
  • Strukturelle Schwächen der Tourismusbranche
  • Fehlen von grenzüberschreitenden touristischen Organisationsstrukturen
  • Unterentwickelter (produktionsnaher) Dienstleistungssektor, besonders in den ländlichen Gebieten
Sozioökonomische Entwicklung - Wirtschaftsleistung und Humanressourcen:
Humanressourcen und Arbeitsmarkt
  • Hohes Angebot and qualifizierten Arbeitskräften
  • Niedrige Arbeitslosenrate in ländlichen Gebieten aufgrund ausgeprägter Pendlerbewegung in die Städte

 

  • Hohe Abhängigkeit der ländlichen Gebiete vom städtischen Arbeitsmarkt - fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten
  • in ländlichen Teilen der Region
  • Beschränkte Verfügbarkeit von flexiblen Arbeitskräften (quantitativ und qualitativ)

 

Sozioökonomische Entwicklung - Wirtschaftsleistung und Humanressourcen:
Bildung, Forschung und Entwicklung
  • Universitäten und Akademien: Umfangreiches Angebot an Studien
  • Ausreichende und qualitativ hochwertige Angebote im Vorschul- und Schulbereich
  • Breites Angebot an verschiedenen Schulzweigen
  • Breites Angebot und guter Zugang zu Bildungseinrichtungen
  • Gute Ausstattung an F&E Einrichtungen in städtischen Gebieten
  • Tradition in Bildung und Forschung
  • Geringe Innovations- und Technologieorientierung der regionalen Wirtschaft
  • Disparitäten bezüglich Zugang zu F&E
  • Zu geringe Einbeziehung von KMU in F&E Aktivitäten sowie zu wenig Technologietransfer
  • Marktzentralisierung in Bezug auf Bildungsmöglichkeiten, besonders in CZ
  • Fehlen unternehmensnaher Infrastruktur und Dienstleistungen, besonders außerhalb der städtischen Gebiete
Regionale Erreichbarkeit und nachhaltige Entwicklung: natürliches und soziales Umfeld
  • Gut erhaltene Umwelt, stabile und stark diversifizierte Landschaft
  • Überregionale Bedeutung der Wasserreserven, Quellgebiet verschiedener Flüsse
  • Hohe Lebensqualität
  • Ausreichendes Angebot an Erholungsräumen und Ausgleichsräumen für die Städte
  • Hohes Niveau der Gesundheits- und Sozialdienstleistungen
  • Unzureichende Abwasserbehandlung in ländlichen Gebieten (CZ)
  • Verschmutzte Flüsse und hohe Eutrophierung der Wasserläufe und Becken (Landwirtschaft, Industrie, Haushalte)
  • Unzureichende Wärme- und Energiesparmaßnahmen, geringe Nutzung erneuerbarer Ressourcen
  • Unzureichendes Bekenntnis der Bevölkerung zu Umweltfragen, geringes Umweltbewusstsein der Bevölkerung (CZ)
Regionale Erreichbarkeit und nachhaltige Entwicklung: Mobilität und Transportinfrastruktur
  • Strategisch vorteilhafte Lage in Bezug auf die großen europäischen Verkehrs- und Transportwege
  • Verkehrs- und Transportsystem mit hoher Dichte (Straße und Schiene)
  • Internationale Flughäfen in Wien, Brünn und Linz
  • Gut entwickelte Kurzstrecken-Transportdienste für Passagiere innerhalb der städtischen Agglomerationsräume
  • Ungleicher Entwicklungsstand bezüglich Infrastruktur
  • Nach wie vor schlecht ausgebaute grenzüberschreitende Infrastruktur (Straße und Schiene)
  • Geringe Kapazitäten der Grenzübertrittsstellen auf den Straßen sowie verkehrsreicher Zufahrtsstraßen
  • Vernachlässigte Transportinfrastruktur sowie inadäquate technische Infrastrukturen und Wartungsdienste in einigen ländlichen Gebieten
  • Unzureichender Ausbau des intraregionalen öffentlichen Verkehrssystems in peripheren Gebieten
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
  • Bestehende Kooperationsstrukturen auf personeller, rechtlicher, institutioneller und politischer Ebene
  • Erfahrungen in der Zusammenarbeit basierend auf Projekten
  • Euregios
  • Unterschiede der rechtlichen Systeme sowie der Sozial- und Umweltstandards
  • Unterschiede auf institutioneller Ebene und Kompetenzebene

 

 

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